Stadt Neckarsulm gedenkt der Stadtzerstörung am 1. März vor 75 Jahren

Vor 75 Jahren, am 1. März 1945, wurde die Innenstadt von Neckarsulm durch einen verheerenden Bombenangriff zu großen Teilen zerstört. An diesen Jahrestag erinnert die Stadt mit einem Gedenkprogramm im Monat März unter dem Motto „75 Jahre Erinnern – 75 Jahre Frieden“. Ausstellungen in der Mediathek und der städtischen Volkshochschule, Zeitzeugengespräche, eine Autorinnenlesung und ein Gedenkgottesdienst rufen das schreckliche Ereignis kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung.

Der Angriff der amerikanischen Jagdbombergeschwader dauerte nur sechs Minuten. Danach waren 80 Prozent der Innenstadt und Teile der NSU-Werke, des eigentlichen Angriffsziels, zerstört. 128 Menschen kamen ums Leben. Zum Auftakt des Gedenkmonats läuten am Sonntag, 1. März, von 14.31 bis 14.37 Uhr die Glocken – genau zu jenem Zeitpunkt, als damals die Bomben vom Himmel fielen. Um 15 Uhr findet ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Dionysius statt. Der Gottesdienst wird gemeinsam gestaltet von Pfarrer Siegbert Denk und Pfarrer Walter Keppler. Dazu spielt das Bläserensemble der Städtischen Musikschule.

Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst etwa um 16.15 Uhr legt Oberbürgermeister Steffen Hertwig am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof Steinachstraße einen Kranz nieder. Auch die öffentliche Stadtführung an diesem Sonntag steht ganz im Zeichen der Stadtzerstörung vor 75 Jahren. Der geführte Rundgang mit den Stadtführern Gundolf Felger und Gerhard Mannheim beginnt um 13.30 Uhr am Löwenbrunnen auf dem Marktplatz.

Ausstellung in der Mediathek blickt in die Stadtgeschichte

Im Rahmen des Gedenkprogramms öffnet die Mediathek ihren stadtgeschichtlichen Medien-Fundus. Vom 3. bis 28. März zeigt das städtische Informations- und Kommunikationszentrum in der Urbanstraße die Medien-Ausstellung „75 Jahre Kriegsende – Ein Blick in die Stadtgeschichte“. Ausgewählte historische Fotos aus dem Bestand des Stadtarchivs ergänzen die Ausstellung zum Thema Krieg, Kriegsende und Stadtgeschichte.

Mit dem Thema „75 Jahre Frieden – Wie wollen wir heute leben?“ beschäftigt sich die zweite Ausstellung vom 3. bis 28. März in der Mediathek. Gezeigt wird die Gebetsmühle, die von Teilnehmern mit und ohne Migrationshintergrund im Rahmen eines Kunstprojekts unter der Leitung der Neckarsulmer Künstlerin Evi Böhringer-Kerner gestaltet wurde. Dieses Projekt haben sich Schülerinnen und Schüler der Johannes-Häußler-Schule zum Vorbild genommen und selbst Gebetsmühlen mit eigenen Gedanken zu einem friedlichen Zusammenleben gestaltet. Die kleinen Gebetsmühlen können in der Ausstellung neben der großen betrachtet werden.

Die Auswirkungen der Kriegserlebnisse auf die unmittelbar nach dem Krieg geborenen Kinder beleuchtet die Autorin Sabine Bode in ihrer Lesung „Nachkriegskinder – Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter“ am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr in der Mediathek. In ihren Büchern thematisiert die Bestsellerautorin, selbst ein Nachkriegskind, die verdrängten traumatischen Erfahrungen der Kriegskinder.

Den erfolgreichen Wiederaufbau dokumentiert die Ausstellung “75 Jahre nach dem Angriff“ vom 6. bis 31. März in der städtischen Volkshochschule. Die Fotodokumentation zeigt 34 historische Plätze kurz nach dem Bombenangriff und 75 Jahre später. Der direkte Vergleich der Doppelfotos spiegelt die erfolgreiche Stadtentwicklung wider. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Fotoprojekts, das Oberstufenschüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gemeinsam mit dem Heimat- und Museumsverein Neckarsulm veranstaltet haben.

Eröffnet wird die Fotoausstellung am Freitag, 6. März, um 19 Uhr in der VHS. Im Mittelpunkt der Vernissage stehen Zeitzeugengespräche. Ein Mitglied des Heimat- und Museumsvereins erinnert sich als Zeitzeuge an den Tag der Stadtzerstörung und berichtet von seinen Erlebnissen. Die Schilderungen des Zeitzeugen in Verbindung mit der Fotodokumentation wecken die Erinnerung an den schmerzvollen, dunklen Tag in der Stadtgeschichte, der tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist. (snp)        

                  

 

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